Spielfilme
Technisch gesehen unterscheidet sich der Spielfilm vom Dokumentarfilm durch eine bessere Planbarkeit. Anders als der Dokumentarfilm soll der Spielfilm eher unterhalten. Der Begriff Spielfilm deutet auch darauf hin, dass die gezeigten Szenen nicht wirklich sind. Da sich die Filmemacher aber immer von der Wirklichkeit inspirieren lassen müssen, fühlen sich mögliche Vorbilder durch den Spielfilm immer wieder mehr oder weniger direkt angegriffen. Hier greifen die beiden Genres ineinander, denn egal ob der Film einen spontanen Vorgang einfängt, oder ob ein möglicher Vorgang für den Film nachgestellt wird, er zeigt immer einen Teil der Welt, wie wir sie kennen, wünschen oder fürchten. Beim Spielfilm rückt allerdings definitiv der Unterhaltungscharakter in Vordergrund. Selbst politisch motivierte Filme müssen einen gewissen Unterhaltungsanspruch erfüllen, wenn er das Publikum nicht schlimmstenfalls langweilen soll.
Spielfilme und Unterhaltung
Unterhaltung ist hierbei, für alle Spielfilme in der heutigen Zeit, nicht gleichbedeutend mit lustig. Die klassische Einteilung aus dem Theater in Komödien und Tragödien ist das beste Beispiel hierfür. Es hat dem Publikum schon immer gefallen, dem Unheil anderer Menschen beizuwohnen. Die Filmgenres differenzieren erstaunlich stark bei Filmen, die nicht komisch sind. Hier gibt es Krimi, Science Fiction, Fantasy, Psychodrama, Thriller, Horror, etc. Komödien können, müssen aber nicht weiter eingeteilt werden. Bei der Produktion der Spielfilme, welchen Genres auch immer, muss zunächst festgestellt werden, warum sich das Publikum ausgerechnet hierfür interessieren sollte. Dabei spielen, wie oben schon angedeutet, aktuelle Vorgänge eine wichtige Rolle. Das Publikum muss das Anliegen des Filmes verstehen. Lachen gibt es nur, wenn es Vergleichsgrößen aus der Wirklichkeit gibt, an die sich das Publikum erinnern kann. Im Film, der viel schärfer beobachtet als das Theater, reichen deshalb Stereotype nicht aus, um eine große Reaktion auszulösen. Der Film muss bekannte Phänomene aus unserer Wirklichkeit aufgreifen und damit umgehen. Wer keine Lust auf Spielfilme hat, sondern auf Unterhaltung für den sind Online Games das richtige. Sie bieten, wie Spielfilme, Spannung, Action, Krimi, Science Fiction und Spaß.
Spielfilme in der Filmgeschichte
In der Filmgeschichte treten immer wieder gewisse Filmgenres und Spielfilme hervor. Wenn ein gewisser Nerv im Publikum getroffen wird, können sich sogar eigene Genres entwickeln. Als Stichworte sollen hier Nouvelle Vague oder Film Noir reichen. Nicht zu vergessen als wichtigsten Beitrag des deutschen Kinos für die internationale Filmgeschichte ist der Expressionismus, der sich bis heute auf Figurenführung, Lichtgestaltung, Ausstattung und Personenführung insbesondere im Fantastischen Film auswirkt. Es ist also einerseits die Frage wann ein Film entsteht, die entscheidet ob er Erfolg haben kann. Andererseits ist es die Frage, wo die Spielfilme gezeigt werden. Hollywood unterscheidet sich von Bollywood, gerade weil das westliche Publikum nach etwas anderem verlangt, als das asiatische. Dadurch kommen sehr unterschiedliche Filme zustande, die nicht unbedingt kulturübergreifend verstanden, gezeigt und erfolgreich sein können. Der Film ist aber trotzdem oder gerade deshalb keine reine Geschmackssache. Das Publikum erwartet, dass der Film über den reinen Unterhaltungswert hinaus etwas von der Welt vermittelt, die uns umgibt. Er kann nicht nur Geschichten erzählen. Er dokumentiert immer.