Filmtechnik und Kameraeinstellungen
Man kann im Prinzip zwischen drei Kameraeinstellungen in der Filmtechnik unterscheiden, der totalen, der halbnahen und der nahen Einstellung. Totale Einstellungen zeigen mehr von der Umgebung, die agierenden Personen sind Teil der Umgebung. Diese Einstellungen dienen in erster Linie dazu, den Zuschauer in die Lage zu versetzen, zu verstehen wo die Handlung spielt oder Ortsänderungen, Wechsel der Jahreszeiten oder sogar grössere Zeitsprünge nachvollziehen zu können. Halbnahe Einstellungen zeigen weniger von der Umgebung, die aber immer noch sichtbar bleibt. Trotzdem rückt der Schauspieler hier derart in den Vordergrund, dass die Handlung wichtiger wird als der Ort. Es ist für die Handlung immer noch wichtig zu verstehen, wo die Szene gerade spielt, noch wichtiger aber ist hier die Aktion und Interaktion der Handelnden - eine Schlägerei in einem Gefängnishof hat einen völlig anderen Stellenwert, als dieselbe Schlägerei auf einem Schulhof. Das Messer in einem Badezimmer wirkt anders, als dasselbe Messer in einer Küche. Und die Bedeutung eines Kusses in einem Bahnhof ist anders, als derselbe Kuss in einem Schlafzimmer. Nahe Einstellungen lassen bei einer solchen Filmtechnik von der Umgebung nichts mehr erkennen. Der Zuschauer sieht in erster Linie die Gesichter und Körper der Schauspieler. Hier werden Zustände sichtbar gemacht, die aus der Ferne nicht oder nur schwer erkennbar sind. Es geht hier meist um Zustaende, die im Allgemeinen nicht von Gesten unterstuetzt werden, oder die sogar unterdrueckt werden und deshalb allenfalls aus naechster Naehe zu erkennen sind.
Filmtechnik und Drehbuch
Jedem Film, ob Dokumentar oder Spielfilm, liegt ein Drehbuch und eine entsprechende Filmtechnik zugrunde. Hier finden die verschiedenen Abteilungen eine Beschreibung der Aufgaben, die sie zu erfüllen haben, also filmtechnisch, wo der Film spielt, was passieren soll, wann und wie lange die einzelnen Einstellungen gehen sollen und welche Einstellungen gewählt werden sollen. Meistens wird hierzu ein so genanntes Storyboard gezeichnet. Das Storyboard könnte aussehen wie ein Comic oder eine Fotostory. Hieran orientieren sich Regie, Bildregie und alle anderen an der Produktion beteiligten Abteilungen, wie die jeweilige Szene ungefähr aussehen soll und wo im Film sie vorkommen soll.
Filmtechnik und Editing
Hier wird festgelegt, in welcher Reihenfolge und in welcher Länge die verschiedenen Sequenzen gezeigt werden. Editing ist in der Filmtechnik also auch fuer den Schnitt verantwortlich. Wenn der hier aber nicht vorgenommen wird - was bei umfangreichen Produktionen durchaus der Fall sein kann - wird noch einmal abgeglichen, ob die verschiedenen Sequenzen (in der Filmtechnik auch takes genannt) mit dem Drehbuch noch übereinstimmen, ob eventuell Szenen oder Bilder fehlen. Letztlich wird das Produkt auf seine Stimmigkeit überprüft und freigegeben. Method acting Für den Film gibt es eine andere Schauspieltechnik als im Theater. Die bekannteste Technik heißt method acting. Diese geht aus dem naturalistischen Theater hervor und wurde von Lee Strasberg weiterentwickelt. Der wichtigste Unterschied zwischen klassischen Schauspielmethoden und method acting besteht in der Intimität, die durch die Kamera zwischen Darsteller und Zuschauer erzeugt wird. Da sich jede noch so geringe Regung mitteilt muss der Schauspieler im Film eine bisweilen sehr filigrane Darstellungsform wählen, da die großen Gesten und die sehr artikulierte Sprache von der Bühne im Film einfach unecht wirken.